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Psychologie im UX Design

Psychologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen beschäftigt. Sie versucht zu verstehen, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun, und wie unsere Gedanken und Gefühle unser Verhalten beeinflussen.

Dadurch ist die Psychologie ein, wenn nicht sogar der, grundlegende Aspekt von UX Design. Denn bei der Gestaltung von digitalen Produkten spielen psychologische Prinzipien eine entscheidende Rolle, um den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer:innen gerecht zu werden.

Was ist UX Psychologie?

UX Psychologie bedeutet, das Wissen über die menschliche Psychologie zu nutzen, um digitale Produkte so zu gestalten, dass Nutzer:innen ihre Ziele einfach erreichen können. Zwar gibt es einige grundlegende Prinzipien, die auf alle Menschen (innerhalb einer Kultur) zutreffen, jedoch muss bei jedem Produkt der Wissensstand geklärt werden. Denn die große Frage bei jedem Produkt lautet: “Warum verhalten sich Menschen so?”. Die Antwort liegt sowohl in den mentalen Modellen als auch in den Vorurteilen und Heuristiken der Nutzer:innen.

Mentale Modelle

Ein mentales Modell ist die Vorstellung, die die Nutzer:innen von einem System haben. Diese Vorstellung basiert auf den persönlichen Erfahrungen, Erwartungen und ihrem Verständnis der Welt. Die Modelle sind stark kulturell geprägt. Wenn beispielsweise die Farbe Rot als Warnfarbe erlernt wurde, erwarten die Nutzer:innen, dass sie auch in einem digitalen Produkt als Warnfarbe verwendet wird. Wird sie hingegen positiv genutzt, müssen die Nutzer:innen ihr mentales Modell dementsprechend aktualisieren. Sie müssen es neu lernen, was sehr mühsam sein kann.

Bei der Konzeption können gesellschaftliche Normen und Branchenstandards herangezogen werden, um den mentalen Modellen der Nutzer:innen bestmöglich zu entsprechen. Die Erwartung dabei ist, dass die Nutzer:innen die Bedeutung bereits woanders erlernt haben. Man spricht dabei häufig von Best Practices.

Vorurteile und Heuristiken

Vorurteile und Heuristiken bilden unser Bauchgefühl. Sie helfen uns, Entscheidungen zu treffen, selbst wenn nicht alle Informationen vorliegen. Sie ermöglichen es uns, durch unbekannte Interfaces zu navigieren und bestimmte Funktionen zu erwarten, weil Elemente vertraut aussehen. Das kann sowohl hilfreich als auch hinderlich sein.

Im UX Design ist es wichtig, diese Vorurteile und Heuristiken zu erkennen und zu verstehen, wie sie das Verhalten beeinflussen. Nur so kann ein digitales Produkt angenehm und einfach nutzbar gemacht werden.

Drei Beispiele zu Vorurteilen und Heuristiken

Ankerheuristik (Anchoring effect)

Das erste Stück Information, das wir sehen, nutzen wir als Referenzwert für alles Weitere. Zum Beispiel beeinflusst der erste Preis, den wir für ein Produkt sehen, die Wahrnehmung aller folgenden Preise. Weicht ein weiterer Preis stark davon ab, suchen wir nach Erklärungen für diese Diskrepanz.

Rückschaufehler (Hindsight bias)

Vergangenes wird im Nachhinein oft als vorhersehbar betrachtet. Der Rückschaufehler beschreibt, wie wir unsere Fähigkeit überschätzen, zukünftige Ereignisse vorherzusagen, weil wir uns auf Wissen aus der Vergangenheit stützen. Bei bestimmten Designentscheidungen erscheint es im Nachhinein oft klar, welcher Ansatz besser gewesen wäre. Daher ist es wichtig, während der Design-Phase Research und Usability-Tests durchzuführen, um diese Rückschaufehler zu minimieren und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Bestätigungsverzerrung (Confirmation bias)

Informationen werden so gesucht, interpretiert und erinnert, dass sie mit der eigenen bestehenden Meinung übereinstimmen. Gleichzeitig neigen wir dazu, Informationen zu ignorieren oder abzulehnen, die diesen Überzeugungen widersprechen.

Die Bestätigungsverzerrung kann eintreten, wenn ein Usability-Test von einer Person durchgeführt wird, die Entscheidungen im Projekt getroffen hat. Bei der Auswertung sucht sie nach positiven Rückmeldungen, die ihre Vorschläge unterstützen und spielt negative Rückmeldungen und Schwierigkeiten als Ausnahmen herunter.

Fazit

Die Psychologie bietet wertvolle Einblicke, die UX Designer:innen dabei helfen können, benutzerfreundlichere und effektivere digitale Produkte zu gestalten. Indem sie mentale Modelle, Vorurteile und Heuristiken der Nutzer:innen verstehen und berücksichtigen, können Designer:innen Produkte entwickeln, die den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Zielgruppe besser entsprechen.

Allen, die tiefer in die Materie eintauchen wollen, kann ich die Website Laws of UX empfehlen. Sie erklärt viele psychologische Prinzipien, die bei der Konzeption und Gestaltung von digitalen Produkten hilfreich sind.

Zur Website von Laws of UX